Die „Norddeutsche“

Ist die Norddeutsche Mannschaftsmeisterschaft zeitgemäß? Dieser Wettkampf wurde 1969 erstmalig ausgetragen. Ich persönlich habe über 30 von diesen Wettkämpfen miterlebt. Es war immer etwas besonderes, der sportliche Vergleich zwischen den Landesverbänden Hamburg, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Weser-Ems und bis 1997 Niedersachsen. 

 

Nach dem sportlichen Vergleich standen gegenseitiges Kennenlernen und die Förderung der „Sportsfreundschaft“ im norddeutschen Raum im Vordergrund. In dem gesamten Zeitraum hatte jeder Landesverband Höhen und Tiefen. Trotz dieser Unwägbarkeiten wurde die „Sportsfreundschaft“ im norddeutschen Raum immer weiter gepflegt. 

 

Dieser „Sportsfreundschaft“ über einen derartigen Zeitraum ist Einzigartig in der gesamten BRD. Ich persönlich bin sehr stolz darauf, zumal ich als Hundeführer, Helfer, Leistungsrichter, Prüfungsleiter und Zuschauer mitmachen durfte. 

 

Alle vier Jahre wird ein Vertrag zwischen den teilnehmenden Landesverbänden geschlossen. Im letzten Jahr wurde die Teilnehmerzahl von fünf Hunde auf vier Hunde reduziert. Erstmalig wurden Stimmen laut „Unsere Hundeführer wollen nicht mehr teilnehmen, da sie an höhenwertigen Veranstaltungen teilnehmen und sich darauf vorbereiten“. Ich bedauere diese Einstellung sehr und stelle mir die Frage: „Ist unsere norddeutsche Sportfreundschaft nichts mehr wert? Wollen wir unsere mittlerweile 48-jährige Tradition so auslaufen lassen?“

 

Im LV Weser-Ems haben wir beim MV Heiligenfelde einen Wettkampf erlebt, der mit Sicherheit einer der Besten war! Es hat hier alles gepasst, perfekte Vorbereitung durch den MV Heiligenfelde, Helferleistungen die einer Bundessiegerprüfung würdig waren und Leistungsrichter die der Veranstaltung angemessen und gleichmäßig beurteilt haben. Jeder Zuschauer ist voll auf seine Kosten gekommen. Die Leistungen der vorführenden Teams wurden mit Applaus honoriert. 

 

Kann mir bitte mal jemand sagen, was es Schöneres gibt. Eine höhenwertige Veranstaltung in welchem Verband auch immer, in der ich als Hundeführer mit 250 Punkten vom Platz gehe und mich das Wochenende mindestens 500 Euro gekostet hat? 

 

Ich finde die Norddeutsche Mannschaftsmeisterschaft hat einen Stellenwert verdient. Vielleicht überlegt sich in Zukunft so manch ein norddeutscher Hundeführer, ob er nicht er Lust auf die norddeutsche „Sportsfreundschaft“ hat und damit auch seinen LV zu unterstützen.

 

Wir, die Norddeutschen, müssen zusammenhalten und versuchen ein jeweils „unvergessliches Event“ für zukünftige Wettkämpfe zu veranstalten. Ich freue mich auf den nächsten „Norddeutschen“ im LV Mecklenburg-Vorpommern und hoffe auf die Unterstützung vieler Hundeführer.

 

 

 

Norbert Bösche

 

LRO/LV-Vize DVG LV Weser-Ems